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Travemünder Notizen

Heft 3 / 312  Juli – September 2002

Der letzte Bürgerstammtisch des Gemeinnützigen Vereins zu Travemünde e.V. vor der Sommerpause wurde am Dienstag, dem 11. Juni 2002 im Otto-Melchert-Haus veranstaltet. Es kam noch einmal die Situation der zukünftigen Gestaltung des Grünstrandes zur Sprache. Das leider recht unerfreuliche Thema löste bei etlichen Teilnehmern an der Diskussion erheblichen Unmut aus.
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Das Zeltdach vor der Musikmuschel im Brügmanngarten ist rechtzeitig zum Beginn der Veranstaltungen anlässlich der 200 Jahrfeier des Ostseebades Travemünde fertiggestellt worden. 550 Zuschauer und natürlich die Musiker können nun Konzerte und andere Veranstaltungen witterungsunabhängig genießen.
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Den Lübecker Nachrichten vom 22. Juni konnten wir entnehmen, dass unser traditionelles Polizeirevier ihr aus dem 16. Jahrhundert stammendes Domizil verlassen wird. Diese Nachricht stimmt wehmütig, denn das Vogteigebäude ist nicht nur eines der ältesten Häuser Travemündes, sondern auch landesweit die schönste und interessanteste, natürlich unter Denkmalschutz stehende Polizeistation. Ihr neues Zuhause finden unsere Polizeibeamten in einem neuen, fast fertiggestellten Gebäude am Moorredder, Ecke Gneversdorfer Weg.
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Am 23. Juni begannen die Arbeiten an dem aus holländischem Flusssand entstehenden gigantischen Sand-Skulputen-Park auf dem Priwall.
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Endlich wieder ein Kino in Travemünde, wenn auch nur während der Saison. Am 28. Juni wurde im Brügmanngarten unter dem Schutz des Zeltdaches ein Film über die Musiker des kubanischen Buena Vista Social Club, eine weltweit erfolgreiche Musikdokumentation, gezeigt. Die Preise waren moderat, 4 Euro für Erwachsene, 2 Euro für jugendliche und mit dem neuen Service Pass 1 Euro Ermäßigung. Die frische Luft war umsonst.
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Am 6. Juli begannen die spannenden und auch umstrittenen Rennen der Powerboats, der Time Trial auf der Trave und in der Lübecker Bucht. Gewonnen hat die „Spirit of Norway“. Herzlichen Glückwunsch. Für Travemünde war diese Veranstaltung sicher sehr werbewirksam.
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Zwei Wetterkatastrophen suchten Deutschland heim, von denen auch Travemünde nicht ganz verschont blieb. Am Mittwoch, dem 10. Juli tobte ein Jahrhundert-Orkan über unser Land, der vor allem in Berlin und Brandenburg eine Spur der Verwüstung hinterlassen hat. Etliche Todesopfer waren zu beklagen. In der Nacht vom Mittwoch, dem 17. Juli zum Donnerstag, dem 18. Juli sorgte ein Jahrhundert-Regen für große Überschwemmungen. Auch in Travemünde standen viele Häuser unter Wasser. Die friedliche kleine Rönnau hatte sich zu einem tückischen Fluß entwickelt.
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Am Mittwoch, dem 19. Juni und Mittwoch, dem 17. Juli 2002 trafen sich viele interessierte Menschen zu der immer beliebter werdenden Nachmittags-veranstaltung des Gemeinnützigen Vereins zu Travemünde „Kaffee und mehr!“ im Melchert Haus. Bei der Juni Veranstaltung referierten Schwester Christiane Saxe und Schwester Petra Andres über das Thema Aufgaben der Oekumenischen Sozialstation, deren Mitarbeiterinnen sie sind. Beide Damen werden voraussichtlich bei der Oktoberveranstaltung zusammen mit dem Sozialarbeiter Horst Detlefsen vom Sozialamt über die „Pflegeversicherung“ sprechen.
Am 17. Juli sprach Herr Christian Gomlich von der Raiffeisenbank Travemünde über das Problem „Euro = Teuro“.
Beide Veranstaltungen fanden lebhaftes Interesse und lösten entsprechende Diskussionen aus.
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Am 12. Juli wurde auf dem Priwall die imposante Sandskulpturenschau SAND WORLD geöffnet. Das Besucherinteresse übertraf alle Erwartungen und verhalf dem Ostseebad zu einer beispiellosen Publizität. Auch im Ausland wird über die Ausstellung groß berichtet. Journalisten für Rundfunk, Fernsehen und Printmedien z.B. aus Großbritannien, Belgien und Frankreich berichteten über die monumentalen Kunstwerke aus Sand. Umso größer war der Schock, als die sintflutartigen Regenfälle vom 18. Juli die Skulpturen zum Teil zerstörten. Keiner der sieben Lübecker Türme hat die stürmische Regennacht auf dem Priwall überlebt. Ein schnell zusammengetrommeltes Expertenteam reparierte in Tag und Nachtarbeit provisorisch die größten Schäden, so dass die Ausstellung bereits am 21. Juli für den Publikumsverkehr wieder geöffnet werden konnte. Die Besucher hatten nun Gelegenheit, bei den anstehenden Reparaturarbeiten tatkräftig zu helfen. Die SAND WORLD ist bis Sonntag, dem 25. August geöffnet.
Sandworld Travemünde
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Die 113. Travemünder Woche vom 19. bis 28. Juli lockte Tausende von Freunden des Segelsports und Besuchern nach Travemünde. Die Organisation war hervorragend und das Beiprogramm interessant und vielseitig. Eine bessere Darstellung für die Bewerbung zu den Olympischen Segelwettbewerben 2012 konnte es praktisch nicht geben. Über die Beschwerden wegen der lauten nächtlichen Musik ist in der Öffentlichkeit genug diskutiert worden, so dass wir uns einen Kommentar ersparen.
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Am 19. Juli war Richtfest beim zukünftigen Nobelhotel im Casino. Nach neun Monaten Bauzeit ist der Rohbau, der originalgetreu dem denkmalgeschützten abgerissenen Teil des Casinogebäudes entspricht, fast fertiggestellt. Im Herbst soll das Traditionshaus eröffnet werden. Es bekommt 74 Hotelzimmer und Suiten, dazu Tagungs- und Banketträume, sowie einen rund 600 Quadratmeter großen Wellnessbereich. Auch am Kurhaus hat sich einiges getan. Kursaal und Verbindungstrakt zum historischen Altbau von 1913 sind bereits abgerissen und die Fläche planiert worden, so daß sich das schöne Haus in seiner ganzen Pracht ohne störende Nebengebäude präsentieren kann.
Kurhaus Travemünde
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Der Passat Chor hatte die ehrenvolle Aufgabe, den Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber am 23. Juli auf der Passat begrüßen zu können. Stoiber und Ehefrau Karin machten auf einer Wahl-Sommer-Tour einen kleinen Abstecher nach Travemünde. In diesem Zusammenhang können wir berichten, dass Fallschirmspringer Möllemann trotz anfänglichen Landeverbotes doch zum Wahlkampf in Travemünde aufsetzten darf.
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Über den St. Lorenzmarkt am 10. und 11. August berichten wir im nächsten Heft von UT noch ausführlich.
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Helmuth Wieck
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