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Bürgerpreisträger
des Gemeinnützigen Vereins zu Travemünde e.V.
2008

Heimatverein Travemünde - Vorstand 2008

Heimatverein Travemünde

Mit dem Heimatverein Travemünde ist einer der jüngsten Vereine Travemündes zum Bürgerpreisträger des Jahres 2008 gewählt worden.

Am 03. Oktober 2003 wurde der Verein in den Räumen der Raiffeisenbank Travemünde von neun Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben. Der offizielle Vereinsname lautet: „Verein für Heimatgeschichte der Hansestadt Lübeck, Ortsteil Travemünde und Umgebung“, ein etwas sperriger Titel, so dass wir im folgenden bei „Heimatverein Travemünde“ bleiben werden.

Das Vereinsziel ließ sich jedoch von Beginn an kurz und knapp formulieren: „Ein Heimatmuseum für Travemünde!“ Wer das Seebadmuseum heute, ein Jahr nach seiner Eröffnung, besucht, wäre sicher überrascht zu hören, dass nicht einmal vier Jahre zwischen Vereinsgründung und Eröffnung des Museums lagen – da kennen wir (nicht nur) in Travemünde Projekte, die deutlich länger für ihre Umsetzung benötigt haben…

Aber noch einmal einen Schritt zurück: die Idee für ein Museum, das die Geschichte Travemündes vielen Menschen nahe bringen soll, stammt nämlich nicht von einem langen Spaziergang am Meer, sondern aus den Bergen. Es war während eines Urlaubsaufenthaltes in Südtirol, als Siegfried Austel, dem Vereinsvorsitzenden, ein Buch über die Geschichte Travemündes in die Hand fiel. Was ihn selbst so in den Bann gezogen hatte, sollte Travemündern und ihren Besuchern in ansprechender Form präsentiert werden können.

Nach der Vereinsgründung begann für die ersten Aktiven die Suche nach Mitstreitern. Stolz berichten die jetzigen Vorstandsmitglieder von der breiten Unterstützung, die die Vereinsidee von so vielen Seiten erfahren hat und immer noch erfährt. Im Rahmen einer Veranstaltung zum 40jährigen Geschäftsjubiläum des Salon Austel wurden die ersten Geld- und Sachspenden für das Museum gesammelt und bis heute werden immer wieder Exponate zur Verfügung gestellt, die dann einen Platz im Museum finden.

Die große Herausforderung der ersten Zeit hieß aber, geeignete und vor allem finanzierbare Räumlichkeiten für ein Museum zu finden. Ein „Traumhaus“ wäre die alte Vogtei in der Vorderreihe gewesen, allerdings wären Kauf und Umbau nicht bezahlbar gewesen. Trotzdem fiel es den Vereinsmitgliedern schwer, sich von diesem Traum zu verabschieden.

Heimatverein Travemünde - Gründungsmitglieder 2003

Aus heutiger Sicht sind die Räume in der Torstraße 1 bestimmt nicht „zweite Wahl“, denn die Kombination mit den Räumlichkeiten des Gemeinnützigen Vereins bietet viele Möglichkeiten für Veranstaltungen. Mit Unterstützung des Gemeinnützigen Vereins konnten die Museumsräume von Beginn an nach den Wünschen des Heimatvereins gestaltet werden.

Es galt aber nicht nur, den räumlichen Rahmen für ein Museum zu finden, sondern auch der Inhalt sollte modern und nach den neusten Erkenntnissen der Museumsgestaltung dargeboten werden. Mit dem Lüneburger Uwe Franzen, der auch das Lübecker Holstentormuseum neu gestaltet hat, fand der Verein den richtigen Partner, der ein Museum „zum Anfassen“ gestaltet hat. Das Konzept erlaubt den Besuchern, nach Lust und Zeit das eine oder andere Thema zu vertiefen und spricht mit Hörstationen und Puzzleaufgaben alle Sinne an. Hier konnte sich der Verein über größere Spenden von namhaften Stiftungen (hier seien die Possehl-Stiftung, die Lisa-Dräger-Stiftung, die SparkassenStiftung und die Dietrich-Szameit-Stiftung genannt), aber auch von Einzelspendern freuen, ohne deren Engagement es das Seebadmuseum es nicht geben würde.

Mit der Eröffnung des Museums am 02. Juni 2007 ist das selbstgestellte Aufgabenspektrum des Heimatvereins noch lange nicht erfüllt. Der Verein zählt inzwischen 434 Mitglieder, deren Beiträge zur Vereinsidee ganz unterschiedlich sind: da gibt es die aktive Gruppe von ca. 30 Personen, die das Museum ehrenamtlich während der Öffnungszeiten betreuen und auch Führungen anbieten, da ist auch das eine oder andere (männliche) „Mädchen für alles“, das neue Exponate in Vitrinen einbaut und immer einsatzbereit ist, wenn etwas zu bauen oder reparieren ist. Aber auch die vielen Sammler und Ideengeber und natürlich die großen und kleinen Spender sind unverzichtbar für den Verein, denn es gibt weiterhin Träume und Pläne.

Förderer und Spender können sicher sein, dass ihr Beitrag sinnvoll angelegt ist, denn es sind immer noch Umbaukosten, die der Verein aufbringen muss, und weitere Themenbereiche sollen aufbereitet werden. Ein größeres Projekt ist hier das Thema „Flüchtlinge in Travemünde“. Darüber hinaus wird kontinuierlich an der Verbesserung des Angebotes gefeilt, wie zum Beispiel durch die geplante Übersetzung der Texttafeln ins Englische. Im Ideenpool ist auch eine „lebendige Datenbank“, in der Erinnerungen und Daten aller Art über Travemünde gesammelt und immer wieder ergänzt werden könnten.

Neben den Plänen hat der Vereinsvorstand auch konkrete Wünsche: es könnten noch mehr Travemünder „ihr“ Museum besuchen. Warum nicht mal die nächste Familien- oder Firmenfeier mit einem Museumsbesuch verbinden? Das Museum ist informativ gestaltet und nicht überladen, trotzdem ist sicher auch für Travemünde-Kenner noch etwas Neues dabei!

Wir wünschen dem kreativen Team vom Heimatverein weiter so viel Unterstützung – sicher ist, dass ihnen die Ideen für „unser“ Museum nicht ausgehen werden.

Christine Jaacks-Mirow

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