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Travemünde Ortschild

2004 – Heft 3 / 320

K R I T I C U S

hat das herrliche Wetter während der Travemünder Woche sehr genossen. Seine Stimmungslage, die ein ziemliches Tief erreicht hatte, verbesserte sich von Tag zu Tag. Viele freundliche große und kleine Menschen bevölkerten den Strand und natürlich die Festmeile auf der Strand- und Travepromenade.

Auch auf der schönen Liegewiese, dem „Grünstrand“ an der Kaiserallee hatten sich viele Menschen von Nah und Fern eingefunden, um die schönen Tage zu genießen. Bei dieser Stimmung fiel dem KRITICUS absolut nichts ein, was zu kritisieren gewesen wäre. Am Donnerstag machte er die Bekanntschaft mit einer Gruppe junger Leute aus Dänemark, Schweden und den Niederlanden, mit denen er zufällig ins Gespräch kam, weil sie eine Auskunft von ihm wollten. Sie fanden Travemünde wunderhübsch und die Travemünder Woche mit den Segelregatten und dem bunten Beiprogramm an Land ganz großartig. Im Laufe des Gespräches ließ ein gut deutsch sprechender Niederländer aber die kritische Bemerkung fallen: „Für einen Radfahrer ist es aber in Travemünde ganz hübsch gefährlich!“ Als er das verduzte Gesicht des KRITICUS sah, bemerkte er, daß er während seines Aufenthaltes in Travemünde häufig mit dem Fahrrad unterwegs sei, um den Ort und seine Umgebung kennenzulernen. Er zählte ein paar kritische Punkte auf: „Es gibt zu wenig Radwege; die vorhandenen sind oft zu schmal oder in schlechtem Zustand.“

Als Beispiel nannte er den Radweg am Brügmanngarten, der in beiden Richtungen und auch von Fußgängern benutzt werden soll, und das Stück an der Kaiserallee bis Backbord wegen des schlechten Zustandes, der geringen Breite bei Gegenverkehr und der gefährlichen Granitsteine. Besonders gefährlich aber fand er die Situation in der Kurgartenstraße. Bei dem gerade der Öffentlichkeit übergebenen Stück dürfen Radfahrer beide Fahrtrichtungen benutzen. Da die eigentliche Fahrspur relativ schmal ist, mußte er, als ihm ein Bus entgegenkam, ganz schnell absteigen und auf den Fußweg ausweichen. Mein niederländischer Freund hatte noch einige Bemerkungen auf Lager.

Als der KRITICUS wieder zu Hause war, kam er ins Grübeln und mußte den ortsfremden Besuchern Recht geben. Gerade im Bereich der Schulen, Stadtschule und Steenkamp-Schule, gibt es keine Radwege. Fahrenberg, Moorredder, Steenkamp, Teutendorfer Weg, Vogteistraße und Paul-Brümmer-Straße – Fehlanzeige. Auch die Vorderreihe wäre zu nennen. Nun weiß der KRITICUS genau, daß es an einigen Straße schwierig ist, einen Fahrstreifen für Radfahrer zu schaffen. Aber beim Moorredder z. B. wäre es durchaus möglich. Natürlich weiß der KRITICUS auch, daß der Ausbau eine Menge Geld kosten würde und die Kassen leer sind, aber einige Verbesserungen müßten möglich sein. Warum fahren in der Kaiserallee die meisten Radfahrer auf der Fahrbahn? Das müßte doch den Fachleuten der Stadt zu denken geben, meint der KRITICUS. Aber eigentlich wollte er ja wegen des schönen Wetters gar keine kritischen Anmerkungen machen, deswegen bittet er um Entschuldigung und wird umgehend den herrlichen Sommertag genießen. Daß der geneigte Leser ebenfalls das schöne Wetter ausnutzen konnte, wünscht jedenfalls für heute allen Mitbürgern der

KRITICUS.

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