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Travemünde Ortschild

2003 – Heft 4 / 317

K R I T I C U S

wollte eigentlich etwas kritisieren, was mit Politik zu tun hat, aber er lässt lieber die Finger von einem solch brisanten Thema. Denn wir sind doch zur Zeit alle etwas überfordert, wenn wir die Programme verstehen wollen, die die verschiedenen Kommissionen von Hartz, Herzog und Rürup ausgearbeitet haben. Das sind dicke Bücher mit Hunderten von Seiten. Wer soll das denn lesen, zumal man diese Werke in meiner Buchhandlung noch gar nicht erwerben kann. Mit der Agenda 2010 hat der KRITICUS sowieso erhebliche Schwierigkeiten.

Er will ja gerne mithelfen, die Wirtschaft anzukurbeln und die Arbeitslosigkeit zu mildern. Deshalb überlegt er ernsthaft, ob er nicht einen hauptamtlichen Gärtner einstellen soll, der aber auch die Fenster putzen kann. Das hat nämlich die Frau vom KRITICUS verlangt. Einmal in der Woche könnte er sich nämlich eine solche Arbeitsbeschaffungsmaßnahme leisten. Aber er scheut den enormen Behördenaufwand. Deshalb bearbeitet er seinen Garten lieber selbst, und seine Frau putzt weiterhin ab und zu einmal die Fenster, auch wenn es beiden schon schwer fällt. Aber wenn jeder Haushaltsvorstand in Deutschland den Vorsatz vom KRITICUS trotz behördlicher Hürden in die Tat umsetzen würde, hätten rein rechnerisch alle Arbeitslosen eine neue Beschäftigung, sie müssten allerdings flexibel sein, und sich mit Gartenarbeit und Fensterputzen zufrieden geben. Das ist ja wohl auch zumutbar.

Augenblicklich versucht der KRITICUS aber noch, die Pläne für die Renten- und Gesundheitsreform zu durchschauen, was ihm doch erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Er hätte da auch noch einige kritische Anmerkungen und Vorschläge zu machen. Er läßt es aber lieber bleiben, wohlwissend, daß es Reformen geben muß. Darum widmet er sich heute einem ganz kleinen Mißstand, von dem er sicher weiß, daß er ziemlich schnell beseitigt werden kann.

Straßenschild
20 m vor dem Schild aus dem Blickwinkel des Kraftfahrers

Also, die Enkelkinder vom KRITICUS gehen in den Travemünder Kindergarten am Teutendorfer Weg, der sich in dem Pastorat der St. Lorenz Kirchengemeinde befindet. Ab und zu führt ihn sein Weg auch in diese schöne Einrichtung, und er freut sich dann über die vielen munteren Kinder, die dort ihren Vormittag verbringen dürfen. Aber auf der Fahrt zum Kindergarten ist ihm etwas aufgefallen, seit einiger Zeit übrigens schon, was ihn heute doch dazu bewogen hat, ein paar kritische Äußerungen fallen zu lassen …

Vor Kindergärten, Schulen, Altersheimen und ähnlichen Einrichtungen ist es üblich, die örtliche Ordnungsbehörde ein ganzes Stück des Weges vor dieser Anlage ein Hinweisschild mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometern aufstellt. Das ist sehr gut und notwendig. Diese Hinweis- und Gebotsschilder stehen in Travemünde überall an den entsprechenden Stellen. Auch vor dem Kindergarten am Teutendorfer Weg. Nur ist dieses Schild kaum zu sehen, denn es wird von Buschwerk fast ganz verdeckt. Für einen fremden Kraftfahrer, der sich auf die Straße und die kleine Verkehrsinsel konzentriert, ist das Schild häufig kaum auszumachen. Deshalb hat der KRITICUS schon im Sommer auf diesen Umstand hingewiesen, und ihm wurde mitgeteilt, daß der Besitzer des Grundstückes mit den bewussten Sträuchern schon um eine Beschneidungsmaß- nahme gebeten worden ist.

Wie KRITICUS schon anfangs erwähnte, hatte er mit großer Politik nichts im Sinn. Deshalb kümmerte er sich um eine wichtige Kleinigkeit, und er glaubt fest, daß dieser kleine, aber wichtige Kritikgrund bald entschärft werden wird, denn er ist immer auch ein zuversichtlicher Optimist, der

KRITICUS.

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