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Travemünde Ortschild

2008 – Heft 1 / 334

K R I T I K U S

Stellte der KRITIKUS doch jüngst fest, dass sich in Travemünde eine Menge verändert hat und schon wurde er wieder eingebremst. „Ist doch jetzt Wahlkampf“ meinte ein Travemünder „da werde nichts mehr entschieden, sondern nur noch taktiert, um ja nicht eine Wählerstimme zu verlieren!“ Da kam dem KRITIKUS der verwegene Gedanke, ob man nicht Stimmen gewinnen könnte, indem Politik Dinge entscheidet und Hänge- und Zitterpartien beendet, egal in welche Richtung. Zum Beispiel mit dem Aqua Flop beginnt die Zukunft für unseren Ort weiter zu entwickeln oder den Erhalt des Stadtteilbüros festschreibt.

Hat doch, obwohl an Jahrtausende von Evolution gebunden, die Natur die Politik überholt und uns über Nacht ein Schwimmbad beschert, zentral gelegen, gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und derzeit noch kostenlos. Ein aufmerksamer Spaziergänger hat den KRITIKUS auf dieses Kleinod in der Vogteistraße auf dem Gelände des ehemaligen Kinos „Kurlichtspiele“ aufmerksam gemacht (Foto: Fechner). Derzeit noch ein Freibad, hofft er, dass die Überdachung nebst entsprechender Ausstattung bis zur nächsten Saison fertig gestellt ist.

mit Wasser vollgelaufene Baustelle

Was den KRITIKUS allerdings sehr verwundert ist die Tatsache, dass bis heute noch keine Interessengruppe das Verbot dieser touristischen Einrichtung für sich beansprucht.

Jahrelang haben sich die Travemünder über die nicht tragbaren Zustände in Postamt Rose beschwert. Keine Parkplätze, endlose Schlangen vor den Schaltern und die Höflichkeit und die Verordnung über jugendgefährdende Schriften verbieten es, die Kommentare über die genervten Mitarbeiter hier wiederzugeben. Ein Aufschrei der Freude hätte durch die Bevölkerung gehen müssen, als dieses Negativbeispiel eines Dienstleisters sich aus Travemünde verabschiedete und uns allen die Möglichkeit gegeben wurde, unsere Postsachen an Tante Helene in Niendorf oder gar in Lübeck aufgeben zu dürfen. Nein, stattdessen erdreistet sich doch jemand und macht ein Haus weiter genau so einen Laden wieder auf. Der KRITIKUS möchte diese Unverfrorenheit und den damit einhergehenden Volkeszorn nicht kommentieren.

Er geht in die kleine Poststelle im Strandbahnhof, kauft 50 Briefmarken und freut sich, dass die nette junge Frau ihm beim Aufkleben aller philatelistischen Raritäten hilft, weil gerade keine selbstklebenden Postwertzeichen vorrätig waren.

Ganz besonders positiv hat der KRITIKUS die Änderung der Verpackungsverordnung für Wahlversprechen aufgenommen. Darf jetzt nicht mehr draufstehen – mindestens haltbar bis – sondern, es muß ganz klar gekennzeichnet werden – nach Abgabe der Stimme unbrauchbar.

Ihr KRITIKUS.

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