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Die Gedenkallee an der Versöhnungskirche im Pommernzentrum Tracemünde

Da spaziere ich ’mal hin

Die Gedenkallee an der Versöhnungskirche im Pommernzentrum

Ab 1945 kamen unzählige Massen von Flüchtlingen nach Travemünde, vornehmlich aus Pommern und Ostpreußen. Viele wurden in Travemünde ansässig. Die Vertriebenen bildeten Landsmannschaften, um die Erinnerung an die alte Heimat wachzuhalten und um Frieden, Versöhnung und Dialog anzumahnen. Ein Beispiel für dieses Engagement ist das Pommernzentrum mit der Ostsee-Akademie und der Versöhnungskirche am Europaweg.

Die Ostsee-Akademie veranstaltete Seminare, Vorträge und Reisen, um die Verständigung mit den östlichen Nachbarn zu fördern. 1988 wurde sie eingeweiht. Doch die sich rasant entwickelnde und sich verändernde politische Lage in Osteuropa, der Sowjetunion und die Grenzöffnung zur DDR machte die Arbeit der Akademie bald weniger interessant. Die umfangreiche wertvolle Bibliothek wurde aufgelöst und verlagert. Die Immobilien des Pommernzentrums wirken inzwischen wie ein “Lost Place“.  Sie sind verkauft und sollen dem Bau von Eigentumswohnungen weichen.

In die damaligen Planungen wurde der Wunsch nach einer “kleinen pommerschen Dorfkirche“ mit einbezogen. Die Kirche sollte nur mit Spenden finanziert werden.

Es wurde extra ein gemeinnütziger Bauverein gegründet, Spendenaufrufe folgten, und das hohe Spendenaufkommen ermöglichte schließlich die Planung und den Bau der Versöhnungskirche. Der Grundsteinlegung im Jahre 1988 folgte die feierliche Einweihung 1991. An der Südseite wurde ein paar Jahre später die Gedenkallee eingerichtet. 31 Linden und 31 Gedenksteine symbolisieren die ehemalige Landeshauptstadt Stettin und die 30 verlorenen Kreise in Hinterpommern.

Gedenkstein an der Gedenkallee im Pommernzentrum Travemünde

Eine Skulptur mit Inschrift auf dem Sockel am Ende der Allee mahnt Frieden zu schaffen und Leid zu beenden, das durch Krieg und Verlust der Heimat entsteht.

Ein nachdenkliches Gefühl entsteht beim Betrachten der Figuren und der Inschrift, gibt es doch nur ca. 200 Meter entfernt seit ein paar Jahren eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber, die aus den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt stammen und in Travemünde Aufnahme gefunden haben.

So bleibt von dem Pommernzentrum vielleicht nur der Name, neue Gebäude entstehen, und die Flüchtlingsunterkünfte wird es irgendwann auch nicht mehr geben, aber die Kirche bleibt. Sie gehört zur Travemünder St.-Lorenz-Gemeinde und steht als klares Symbol der Versöhnung und des Friedens in einem geeinten Deutschland und Europa.

 

Monika Raddatz

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