
Travemünder Notizen
Heft 3 / 401 Oktober bis Dezember 2025
April:
Lange war sie im Gespräch: Die WC-Anlage auf dem Grünstrand! Aber bekanntlich wird was lange währt, zum Schluss auch gut. Nun ist die Anlage errichtet. Heute eine Selbstverständlichkeit: Barrierefreiheit ist gegeben und auch an die Allerkleinsten ist mit einer Wickelvorrichtung gedacht.
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Unser alter Leuchtturm wird zum Bestandteil eines im Aufbau befindlichen digitalen Archivs der Lübecker Kulturgüter. Im Rahmen eines Projektes werden alle historischen Gebäude in Lübeck mittels Drohnen erfasst. Die entstehenden Aufnahmen erfassen die kleinsten Details. Auch die Raummaße werden aufgezeichnet. Mit diesen Daten ist die Erstellung von 3D-Modellen für eine für alle zugänglichen digitalen Archivierung möglich.
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Noch länger im Gespräch als die WC-Anlage am Grünstrand ist die verkehrliche Situation in der Vorderreihe. Pünktlich zum Gründonnerstag ist diese wieder eine saisonale Fußgängerzone. Und zuverlässig wie in jedem Jahr halten sich die Autofahrer äußerst bedingt an die Regeln, obwohl diese auf entsprechenden Schildern erklärt sind. Übrigens auch für Radfahrer. Bei diesen ist Schieben angesagt. Nun ja, das Ordnungsamt ist klar mehr beschäftigt und der schon fast traditionelle Themenpunkt in unserem einheimischen Gesprächsstoff geht nicht aus. Aber wir wissen ja: Aller Anfang ist schwer. Im Laufe der Monate regelt es sich ja immer mehr oder weniger.
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Am Ostersonntag wird die Vorderreihe zur Flaniermeile der Ostereiparade. Prächtige riesige bunte Eier und fröhliche Menschen ziehen zum Brügmanngarten. Hier suchen die Kinder mit viel Spaß und Freude die kleineren Ostereier. Wie immer feiert Travemünde das Osterfest mit allem was hier dazu gehört!
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Mai:
Die alte Brücke im Orkneypark, welche die beiden Hauptwege verband, wurde vor längerer Zeit abgebaut. Die Bürgerinnen und Bürger haben mit den Füßen abgestimmt. In der durch den Abbau entstandenen Senke läuft ein Trampelpfad. War man vorerst bei der Stadt der Meinung, es brauche hier keine Wegeverbindung, wurde nun eingesehen: Doch es gibt eine relativ starke Nutzung und es braucht eine Verbindung. Nun wird ein Damm errichtet, welcher dann beide Hauptwege wieder ordentlich verbinden soll.
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Unfallflucht am Bahnübergang Teutendorfer Weg. Die Schranken beginnen sich zu schließen während die Fahrerin eines PKWs sich noch im Schrankenbereich befindet. Beim Kontakt der Schranke mit dem PKW wird diese beschädigt. Die Fahrerin fährt davon. Passanten melden den Vorfall. Nach einer Begutachtung durch die Polizei und herbeigekommenen Technikern kann die Anlage eine Viertelstunde später wieder freigegeben werden.
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Die 17. WindArt wird eröffnet. Die neue Skulptur „Antrieb durch Vielfalt – Windrad der Einheit, Grundrechte & Natur“ wird wie üblich symbolisch mit Travewasser getauft. Die Künstler Rainer Wiedemann und Eric Rüffler haben zusammen mit den Schülerinnen Maya Breitbarth, Carlotta Bonnemeier und dem Schüler Arne Mewes die Skulptur erschaffen. Alle drei besuchen das Ostsee-Gymnasium Timmendorfer Strand.
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Ein Passant an Land beobachtet zwei Segler, die offenbar Mühe haben, ihre etwa fünf Meter lange Segeljolle zu manövrieren. Er alarmiert die DGzRS Rettungsleitstelle See. Daraufhin laufen nur wenige Minuten später die freiwilligen Seenotretter mit dem Seenotrettungsboot „Hans Ingwersen“ (welche die zur Zeit in Wartung befindliche „Erich Koschubs“ ersetzt) aus. Die Jolle, bei welcher das Ruder gebrochen ist, kentert. Erschwerend kommt hinzu, dass dies im Fahrwasser geschieht, in welchem sich die Fähre „Nils Holgersson“ Travemünde anlaufend befindet. Die Abläufe geschehen routiniert wie immer: Der Kapitän der Fähre wird in Kenntnis gesetzt und reduziert seine Geschwindigkeit und die Besatzung des Schiffes hält nach dem Wasser schwimmenden Seglern Ausschau. Die Seenotretter nehmen diese an Bord und versorgen sie. Die Jolle wird in Schlepp genommen. Zwischenzeitlich verschlechtert sich der gesundheitliche Zustand des einen Seglers so sehr, dass die Seenotretter einen Rettungswagen anfordern. In Travemünde übergeben die Seenotretter den Segler zur weiteren Versorgung an den Rettungsdienst an Land. Hier haben die Aufmerksamkeit eines Passanten und die professionelle Arbeit der Seenotretter es wieder zu einem guten Ende gebracht.
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Schülerinnen und Schüler der Stadtschule Travemünde führen das Musical „Der kleine Tag“ auf. Dies ist ein Werk von Rolf Zuckowski und Hans Niehaus. Es wird eine berührende Geschichte eines kleinen Lichtwesens, das zur Erde reisen darf, erzählt. Dieses möchte erkennen, was einen großen Tag ausmacht. Es wird ihm klar, dass es nicht große Ereignisse, sondern kleine Gesten von Menschlichkeit und Momente der Freude sind, die einen Tag wirklich besonders machen. Dieses Stück hat eine große und nachdenklich machende Tiefe. Das bringen die Darstellerinnen und Darsteller in einer bemerkenswerten Art und Weise, in einer Intensität und Bühnenpräsenz dem Publikum nahe, so dass dieses gefesselt und berührt wird. Auch Lehrerkollegium, die Eltern und viele andere Helfer und Helferinnen haben beim Bühnenbau, dem Nähen der Kostüme, der Einrichtung der Technik und vielem mehr dazu beigetragen, etwas ganz Besonderes zu schaffen.
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Juni:
Der BUND Mecklenburg-Vorpommern ist in der Naturwerkstatt des Landschaftspflegevereins Dummersdorfer Ufer zu Gast. Im Rahmen des Projektes „HOTSPOT28 – Natürlicher Klimaschutz im Norden“ hat die Vertreterin Nicola Boll eine lebensgroße Kegelrobben-Skulptur aus Holz mitgebracht. Diese wird aufgestellt. Sie soll nicht nur auf den Schutz heimischer Meeressäuger aufmerksam machen, sondern auf den gesamten Lebensraum Ostsee. Während eines Vortrages zu den Themen Klimaschutz und Artenschutz wird dem Verein auch eine Ausrüstung zum Schutz der hin und wieder am Strand Ruhe suchenden Robben überreicht. Diese dürfen nicht gestört werden und man darf sie nur mit großem Abstand beobachten. In diesem Zusammenhang wird auch die Suche nach ehrenamtlichen Betreuern und Betreuerinnen für die Tiere erwähnt, welche Badegäste auch über ein richtiges Verhalten aufklären.
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Es gibt neue Parkgebühren für Travemünde. Der Parkraum wird in zwei Zonen aufgeteilt: Zone IV: Travemünde-Zentrum, 30 Minuten 1,60 Euro, 60 Minuten 3,20 Euro, Tagesticket 12,00 Euro. Zone V: Travemünde-Randgebiete, 30 Minuten 1,20 Euro, 60 Minuten 2,40 Euro, kein Tagesticket verfügbar. Das kostenlose Kurzzeitparken, die „Brötchentaste“, wird von 10 auf 15 Minuten erweitert.
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Wieder sind die Seenotretter im Einsatz. Sie helfen dem Dreimast-Toppsegelschoner „Albatros“. Dieser ist bei Nacht am Eingang der Pötenitzer Wiek neben dem Fahrwasser auf Grund gelaufen. Das sind nur wenige Meter vom Drehkreis der Fährschiffe. An Bord befinden sich rund fünfundzwanzig Menschen. Der Seenotrettungskreuzer „Felix Sand“ kommt unserem Seenotrettungsboot „Hans Ingwersen“ zu Hilfe. Es gibt am Havaristen keinen Wassereinbruch. Somit kann eine Schleppung vorbereitet werden. Gemeinsam wird das Schiff in tieferes Wasser geschleppt. Das Schiff läuft nun selbstständig den Ostpreußenkai an.
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Der Sommer hat bei uns seine schönen Seiten, wenn auch sehr selten, hat er aber leider auch traurige Seiten. In den allermeisten Fällen kann jedem Badegast geholfen werden. Dieses Mal aber verstirbt – trotz schnellem Einsatz – ein Mann am Priwall. Sein leblos im Wasser treibender Körper wird entdeckt. Die Rettungskräfte der Wasserwacht bergen den Mann. Trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen kann aber nicht mehr geholfen werden.
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Juli:
Jubiläum feiert die Tafel-Ausgabestelle Travemünde. Seit 15 Jahren werden jede Woche montags bedürftige, sich in schwierigen Lebenslagen befindliche Menschen mit Lebensmitteln versorgt. Dass dies umgesetzt werden kann, dafür sorgen rund 25 engagierte Helferinnen und Helfer. Rund 400 Menschen benötigen diese Hilfe. Ein weiteres Jubiläum in diesem Zusammenhang: Seit fünf Jahren wird die Ausgabestelle von Nina und Martin Wilde geleitet. Um dieses Angebot aufrechterhalten und weiterhin Hilfe leisten zu können, braucht es aber auch Unterstützung. Es werden Ehrenamtler gesucht.
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Unser Seenotrettungsboot „Erich Koschubs“ ist zurück aus der Werft. Und gleich geht es in den Einsatz. Ein manövrierunfähiges Plattbodenschiff droht auf die Küste zu treiben. Es herrscht auflandiger Wind in Böen 6 Bft. Trotz diesen widrigen Bedingungen gelingt es das Schiff sicher in den Hafen zu schleppen.
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Feuerwehreinsatz am Skandinavienkai. LKW warten etwas am Rande auf ihre Verladung. Bei einem ihrer Kollegen bemerken ein paar Fahrer, dass dessen Auflieger anfängt zu brennen. Dieser versucht eigenständig zu löschen. Dies misslingt. Zusammen können sie aber den Auflieger von der Zugmaschine lösen. Die herbeigeeilte Feuerwehr bekämpft den Brand.
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Die 136. Travemünder Woche findet statt. Auf dem Wasser hochrangig besetzte Regatten, an Land ein illustres Programm. Drei Tage spielt das Wetter leider nicht mit. Aber neunzig Prozent des geplanten Segelprogramms können durchgeführt werden. Rund eine halbe Million Gäste besuchen die Travemünder Woche. Enden tut sie wieder mit einem außergewöhnlichen Feuerwerk.
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August:
Es gibt für fast alles inzwischen einen besonderen Tag. Auch einen Tag der Leuchttürme. Und da sind wir ganz vorn mit dabei. Immerhin steht bei uns der älteste Leuchtturm Deutschlands. An diesem Tag kommen etliche Besucher und Besucherinnen aus nah und fern. Nicht nur das Museum bietet einiges. Wer die etwas mehr als 142 Stufen nicht scheut, der kann von oben in 31 Metern Höhe einen wunderbaren Rundumblick genießen.
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1978 rollen die letzten Käfer in deutscher Produktion in Emden und Wolfsburg vom Band. Die Fertigung geht in das mexikanische Puebla. Hier wird die Fertigung nach mehr als 21 Millionen Fahrzeugen Ende Juli 2003 eingestellt. Am 18. April 2011 stellt die Volkswagen AG den neuen Beetle als den Käfer des 21. Jahrhunderts vor. Zum wiederholten Male rollen nun Käfer jedweden Jahrgangs durch Travemünde. Alle eint das besondere Verhältnis zu diesem Kultauto.
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Ein anderes Mittel der Fortbewegung: Das Schiff. In diesem Monat besuchen uns wieder die MS „Europa“ und die MS „Le Laperouse“ . Für beide liegen wir seit Jahren auf ihrer Route.
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Die Naturwerkstatt auf dem Priwall kann den 3000sten Veranstaltungsbesucher dieses Jahres begrüßen. Früher als im letzten Jahr. Eine hervorragende Bestätigung ihrer Arbeit. Das Angebot ist so umfangreich, das man hier nur ein paar wie z. B. naturkundlicher Führungen, Workshops, Rallyes und Vorträge erwähnen kann. Auf der Homepage kann man sich einen sehr guten Überblick verschaffen.
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Das absturzgefährdete „Haus Seeblick“ wird unter Denkmalschutz gestellt.
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Seit über 60 Jahren ist ihr Anblick nicht wegzudenken. Sie gehört einfach hierher. Die Viermastbark PASSAT. Nun müssen große Sanierungsarbeiten vorgenommen werden. Die Gesamtkosten werden gemäß einer Studie auf brutto 25 Millionen Euro geschätzt. Medial wird um Spender geworben. Nun steht auch eine mobile Spendensäule am Schiff im Bereich der Kasse. Hier kann man per Bankkarte einen Spendenbetrag wählen. Für die Zeit nach der Saison werden Partner und Partnerinnen gesucht, welche diese Säule jeweils für einen Monat von November 2025 bis März 2026 bei sich aufstellen würden.
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Mit großem vielfältigen, interessantem und spannendem Programm sowie vielen Besuchern und Besucherinnen findet der jährliche Tag der Seenotretter mit unserer „Erich Koschubs“ statt. Dieser findet bei uns immer später statt, da der offizielle Tag in den Zeitraum der Travemünder Woche fällt.
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